…und die Urlioma tanzt

Es gibt selten Tage, an denen ich Lust habe, schwarz zu tragen. Gestern war so ein Tag. Gleich nach dem Aufstehen hielt ich dieses eine schwarze Kleid in meinen Händen. Seltsam.

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Nach dem Frühstück erhielt mein Mann einen Anruf von seinem Vater, dessen Mutter in der Nacht gestorben war.

Einfach so, im Pflegeheim, auf die Seite gedreht und die Seele in die Freiheit entlassen. Mit über 90 nicht überraschend plötzlich und dennoch schmerzlich.

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Ja, ich kannte sie ein wenig. 

Und ich kannte viele Geschichten, wie sie den Mitmenschen das Leben spannend gemacht hatte.

Und ich kannte sie als großzügige Geschenke-Macherin – mit lustigen, aussergewöhnlichen Ideen…

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Und jetzt, als wir dann in ihrem Zimmer waren – und auch vorher schon, als wir hinfuhren – spürte ich ein unglaubliche Freude um mich herum. Natürlich keine Freude über den Verlust und das Loch, das sie hinterließ. Es war etwas anderes. Und es war fast schon schwierig, dieses Etwas zu verbergen, vor dem trauernden Sohn (meinem Schwiegerpapa) und dessen Frau.

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Ist Tod immer nur Trauer? Anders als erwartet...

Was ich wahrnahm war ein Tanzen und eine Freude an der Freiheit, eine Leichtigkeit und Unbekümmertheit! Na gut, dachte ich, nachdem ich mich ja auf diverse Energien einstimmen kann, warum nicht auch auf diese?

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Da spürte ich diese Frau, die in das raue Waldviertel hineingeboren war. Viel auf sich allein gestellt und immer ihre Frau stehend. Ich fühlte ihren Drang nach Unabhängigkeit, Freiheit und ihre Neugier! Sie wollte raus in die Welt – und war doch zeitlebens gebunden, „gefangen“ in ihrem Dorf.

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Vielleicht kam es ihr gar nicht ins Bewusstsein, was ihre Sehnsucht, ihr SEELENSEHNEN war. Vielleicht spürte sie nur eine unbestimmte Unruhe, eine Unzufriedenheit, die sie auch wiederum nicht als solche wahrnahm, aber die sich in der Art äußerte, mit der sie ihren Mitmenschen begegnete.

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Ihr Leben war nicht geprägt von Zartheit und Zärtlichkeit, sondern von Bestehen müssen und Überlebenshärte. Sie war von einer unglaublichen Neugier erfüllt.

Ihre Unbekümmertheit erschien manchen vielleicht als herzlos, und doch war es bloß Neugier und immer wieder unerfülltes Fernweh und Wachstumsstreben, das sich so seinen Weg bahnte.

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Mit 90 darf man schon Wehwehchen haben. Hatte sie nicht. Kaum. Das einzige war, sie wurde zusehends unbeweglicher, härter. Die Knochen brachen leichter. Kein Wunder mit all der Härte in ihrem Leben.

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Doch was ich jetzt von ihr spürte, war diese Freude an der Freiheit, 

diese Möglichkeit jetzt zu tanzen, wie es ihr gefiel, 

ohne auf IRGENDJEMAND oder IRGENDETWAS Rücksicht nehmen zu müssen!

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Message aus dem Jenseits...

Sie war – sie ist – frei! Und sie wollte am liebsten zu uns runter rufen: 

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„Trauert doch nicht! Feiert! 

Und lebt euer Leben, wie es euch gefällt! 

Schafft es euch so, dass ihr es liebt! 

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Und macht es nicht allen anderen recht! 

Denn das klappt nicht, macht euch unzufrieden und auch nicht beliebter bei anderen!

Lebt so, dass ihr euer eigenes Leben liebt!

Dann werden Menschen es gerne mit euch teilen wollen!

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Geht euren Träumen nach! 

Und wenn ihr nicht wisst, wovon ihr träumt, widmet euch dem Thema! 

Macht euch auf und offen für euch selbst, für euer Sehnen!

Dann wird es deutlicher. 

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Fürchtet euch nicht vor dem Schmerz, der euch begegnet, 

wenn ihr merkt, dass ihr bisher für die anderen gelebt habt. 

Nehmt den Schmerz als Herzöffner, damit eure Liebe zum Leben wieder Raum bekommt!

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Schmerz bleibt nicht, wenn du dich um die Ursache kümmerst. 

Nicht im Körper und nicht im Herz. 

Kümmere dich um dich, sei es dir Wert! 

Fange nicht erst nach dem Tod zu leben an! 

Lebe jetzt!“

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Ich bin berührt von der rüttelnden Energie – von ihrer Kraft und Lebenslust die sie als Seele zu leben gewünscht hätte.“

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Sie war eine andere Generation. Krieg und Nachkriegszeit. Zwei Generationen vor mir, drei vor unserem Jüngsten. Und da stellt sich mir wieder die Frage: Was will ich meinen Kindern mitgeben? Was ist an der Zeit gelebt und in die Welt gebracht zu werden? Und wieviel Freiheit, wieviel Verwirklichung kann ich meiner, unserer Seele ermöglichen?

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Der Schmerz, zu leben, ohne zu leben

Was birgt Corona in diesem Zusammenhang für Chancen? Unsere Tagesgestaltung hat sich 2020 nicht, nämlich GAR NICHT verändert. Wir sind schon seit Jahren dabei, unser Leben so zu richten, wie es unserem Entfaltungsdrang entspricht. 

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Ja, wir mögen privilegiert sein – und: wir alle leben in einem privilegierten Land und Kontinent.

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Die Auseinandersetzung mit unserer momentanen Endlichkeit, oder anders gesagt: mit dem Wunsch, dieses jetzige Leben zu nutzen, der inneren Stimme, dem inneren Sehnen zu folgen und dieses Sehnen zu erfüllen, um Erfüllung zu erfahren, war für mich früher eine äußerst schmerzliche.

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Es tut bis zum Zerreißen weh, wenn du NICHT das lebst, was zu erfahren du hier bist. Und natürlich versuchen verschiedene Mechanismen, dich vor diesem Schmerz zu bewahren. Nur leider mit dem Effekt, dass es nie besser wird, nie heilen kann, sondern nur verzwickter, verfahrener, verhärteter wird. Wie bei meiner Schwiegeroma.

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Weißt du, ich „kämpfe“ schon jahrelang um mein Leben. 

Ich hatte solche Angst vor dem sterben, weil ich so stark spürte, 

dass ich noch gar nicht gelebt hatte! – Also: noch nicht „meins“. 

So fragte ich mich: was IST denn meins? 

Woran ERKENNE ich meins? 

Was WILL ich denn leben?

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Wohin soll die Reise gehen?

Und da merkte ich, ich war in EINEM völlig klar: 

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ich kannte diese Momente der Freude, des JA! JA! Und nochmal JA! 

Dieses Hüpfen und Vibrieren in jeder Zelle des Körpers, diese Momente, in denen man vor Freude zu platzen glaubt – was nicht passiert, genauso wenig, wie du durch Schmerz zerreißt. 

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Es ist bloß Intensität und macht dich SEHR lebendig, also das Gegenteil von tot.

Von dem wollte ich mehr. Öfter. Nicht einmal im Halbjahr. Täglich. 

Ich wollte darauf vertrauen, dass mein Leben mich immer wieder mit solchen Momenten beschenkt. 

Ich wollte BEREIT und OFFEN sein für diese Momente. 

Ich wollte sie letztendlich mit-kreieren, mit gestalten, nicht „dem Leben“ ausgeliefert sein.

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Bis ich bemerkte: das Leben bin ICH! 

In mir gibt es diesen lebendigen Funken, dem ich Raum geben darf, der sich Raum nimmt, sobald ich es erlaube und meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet ist. Wie auf die Glut pusten, damit das Feuer wärmen kann.

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Und weißt du was? Ich habe vor einiger Zeit bemerkt: 

ich habe keine Angst mehr, zu sterben. 

Neinnein, ich bin jetzt nicht todeshungrig, ganz gewiß nicht! 

Aber irgendwie, irgendwo bin ich an einem Punkt angelangt, 

an dem das Leben zu MEINEM Leben geworden ist. 

Ich bin kein Blatt mehr im Wind, das nicht weiß, wohin die Reise geht. 

Nicht getrieben. 

Nicht, wenn ich es nicht will.

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Ich habe einen inneren Plan. JEDER VON UNS HAT DEN.

Und ich habe mich entschlossen, habe begonnen, ihm voll zu vertrauen. 

Mir voll zu vertrauen. Und das gibt mir Sicherheit, Geborgenheit, Halt.

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Vom Treibsand zu festem Boden unter den Füßen. 

Und wenn ich will, spring ich ins Wasser – auch ins kalte – 

und gebe mich den erfrischenden Wellen hin.

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Meine Schwiegeroma ist heute schon etwas weiter weg. Ich fühle sie nicht mehr sooo heftig und stark um mich herum. Ich bin ihr auf meine stille Weise sehr, sehr dankbar. Und ich weiß, sie spürt es, ohne dass ich es mit gesprochenen Worten formuliere.

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Sie ist Freude. Und sie ist frei. Sie wird das, was sie hier war zu erfahren, noch mehr erfahren. Manchmal wird uns erst bewusst, was uns wirklich wichtig ist, wenn wir es versagt bekommen. Erstmal. 

Und wenn es uns dann bewusst ist, können wir all unsere Hebel in Bewegung setzen, um das Ruder herum zu bewegen. 

Sachte oder mit Schwung, aber – so weiß ich inzwischen: niemals allein. 

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Du bist nicht allein...

Die Schritte selbst, die gehen wir immer allein. 

Aber mit Freunden an der Seite ist es doppelt leicht. 

Mit Perspektivenaustausch leichter zu erfassen.

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Vor einiger Zeit, im ersten Lockdown (war es im Mai?) hatte ich so einen Wachtraum. 

Da kam der Tod an mein Bett. Ich hab es in der „Tagesinspiration: Leben“ damals beschrieben. 

Weiter unten kannst du’s nachlesen. (@wir sind nie allein)

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Aber zuerst möchte ich mich herzlichst von dir verabschieden – für heute. 

Und dich einladen, das Thema Leben nicht vor dir her zu schieben! 

Forsche, entdecke, kreiere dich neu oder weiter! 

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Entfalte deine Zerknitterungen, 

schäle dich aus den kratzigen Wolldecken, 

die bisher dein Schutz und dein Zuhause waren 

und wage dich hinaus in die wärmende Sonne!

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Vertraue, dass auch du geleitet bist, spüre nach! 

Du bist nicht allein – denn zumindest zwei sind da für dich: 

DU (und deine innere Führung), und ICH.

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Du brauchst nur Kontakt aufnehmen. 

Zu dir, deiner inneren Weisheit, Wahrheit, Führung, Intuition, Herz, deinem Gespür, deinen Träume,… 

und wenn du willst auch zu mir, deiner Übersetzerin, Planleserin, Vermittlerin.

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Wenn DU das willst.

Für dich und dein Leben.

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Herzlichst, deine Esther

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Hier kannst du mal Klarheit schaffen für dich mit mir – 

worum es dir geht, wo du stehst und wo du anstehst.

Buche dir hier deinen TERMIN ZUR KLARHEITS-SESSION.

Er könnte dein Leben verändern…

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Den erwähnten Blog-Beitrag findest du hier:

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